Ein erstes Kleidungsstück aus Filz

Bekleidung war das Thema von Modul 5 im Bildungsgang Filz auf dem Ballenberg. Das Filzen eines Kleidungsstückes setzt einiges an Wissen und Können voraus. Es geht um Design, Schneiderhandwerk und Filzkenntnisse. Das alles haben uns die Kursleiterinnen auf dem Ballenberg im April 2014 innerhalb der fünften Modul - Woche zu vermitteln versucht. Natürlich war es für ein Greenhorn wie mich eine sehr kurze Zeit. Aber ich ging mit einem Korb voller Möglichkeiten und Erkenntnissen nach Hause., wo ich dann mit meinen Grenzen umzugehen lernte.

 

Bis zum nächsten Modul auf dem Ballenberg, das Ende September begann, hatten wir die Aufgabe ein Kleidungsstück zu filzen. Es ging darum erste Ideen zu skizzieren, diese evtl. en miniature in Stoff umzusetzen, dann aus Moulure oder altem Leintuchstoff den Prototy zu nähen und das Ganze am Schluss in Filz umzusetzen. Hier präsentiere ich das Resultat:

Eine der beiden Kursleiterinnen fragte uns ganz zu Beginn nach unserer persönlichen Einstellung zur Kleidung. Meine spontane Antwort: praktisch, funktionell, zweckmässig ....................... und so sehe ich schliesslich im fertigen Gilet aus.

Ein Filzstück zu entwickeln braucht Zeit und Ruhe.. Weil auf unserem Hof viel zu tun war, habe ich mich vorerst auf einzelne Aspekte beschränkt. Beispielsweise: Wie forme ich ein Filzkleidungsstück an meinen Körper? Wie bringe ich einen umgeklappten Kragen an dieses Teil? etc.

 

Es ist enorm schwierig ein selbst entworfenes Kleidungsstück nur am eigenen Körper auszuprobieren, z.T. mit nassem und tropfendem Gilet vor dem Spiegel, was sehr umständlich ist, vor allem, wenn man dann mit Hilfe eines Handspiegels auch noch die Rückseite betrachten und entsprechende Änderungen vornehmen möchte. Dann noch alles aus dem Kopf am Tisch verbessern ................ da komme ich an meine Grenzen.


Was für mich sehr erstaunlich war: Am fertigen Filzstück lässt sich noch sehr viel formen und verbessern, mit dem Dampfbügeleisen oder in schwierigeren Fällen durch das Zusammenziehen mit Nadel und Faden und anschliessendem Weiterbearbeiten mit Seife, heissem Wasser und dem Schwingschleifer. Letzterer hat mir gute Dienste geleistet. Ich habe fast das ganze Gilet mit ihm gefilzt.

 

Eine Schneiderbüste mit meinen Körpermassen wäre mein sehnlicher Wunsch, um meine Entwürfe zuerst an ihr umzusetzen, mit Papier, dünnem Plastik oder Stoff, im Massstab 1 : 1 ................... sie war aber zu einem günstigen Preis nicht aufzutreiben.